Stilles Vergnügen im Corona-Lockdown

Dr. Anja Kalinowski, wissenschaftliche Leiterin der Gräflichen Sammlungen Schloss Erbach

Blick in eine der Vitrinen mit Jagdgerät in der Hirschgalerie

Seit November steht der Museumsbetrieb wieder still. Leider, denn natürlich wollen wir all die Schätze, die es bei uns im Schloss Erbach gibt, voller Stolz unseren Besucher*innen zeigen und vermitteln.
Ich könnte an dieser Stelle von der Bedeutung der Sammlungen des Grafen Franz I., seinen wissenschaftlichen Interessen, seiner Kennerschaft, den großen Persönlichkeiten, denen er begegnet ist, schreiben und schwärmen, aber das sollen Sie sehen und hören, wenn das Schloss – hoffentlich bald – wieder für Besucher*innen geöffnet ist.
Heute möchte ich einen kleinen Einblick geben, wie ich in den Räumen arbeite und welche Entdeckungen sich machen lassen, wenn man die Schlossräume als Entdeckungsräume erleben darf.
Während des normalen Saisonbetriebs zwischen 1. März und 6. Januar sind unsere Sammlungen sieben Tage die Woche geöffnet. Es bleibt kaum Zeit, sich mit Objektgruppen zu beschäftigen, die nicht auf der Hauptagenda stehen, denn allein diese ist reich gefüllt. Während des Lockdowns laufen die normalen, wissenschaftlichen und administrativen Tätigkeiten und Projekte weiter, Veranstaltungen, die im nächsten Jahr – in welcher Form auch immer – stattfinden sollen, müssen geplant werden etc.
Dazwischen nutze ich die Zeit, regelmäßig einige Stunden Vitrinen zu öffnen und wunderbare Exponate zu sichten, die sonst schwer zugänglich und vorher selten in meinen Focus geraten sind.
Da sind z.B. die vielen wunderbaren Pulverhörner und -flaschen (Behältnisse zur Aufbewahrung von Schießpulver), die in historischen Vitrinen der Hirschgalerie ausgestellt und aufgrund der darüber dicht gehängten Riesengeweihe für die Besucher*innen kaum sichtbar sind. Die Vielfalt der Behältnisse, die mit hohem handwerklichem und künstlerischem Aufwand ausgeführt wurden, ist enorm. Es sind Pulverflaschen aus Muscheln, Horn oder Holz, reich skulptiert, verziert mit Perlmutt, Bein oder Elfenbein.
So sitze ich immer wieder einzelne Stunden im bitterkalten, ungeheizten Schloss, tauche mittels der kleinen Objekte in längst vergangene Zeiten ein und fühle mich den damaligen Künstlern und ihren Besitzern eigentümlich nahe. Wer hat diese Dinge einst benutzt und wertgeschätzt?
Besonders gefällt mir diese wunderbare Pulverflasche aus Holz, die einen feinen aus Bein und Perlmutt eingelegten Dekor mit Ranken, Fabelwesen und Tierdarstellungen besitzt. Schaut man sich die Unterseite des Gefäßes an, so erblickt man die zarte Garvierung eines Jünglings mit Umhang. Die ihn seitlich flankierenden Pflanzen sollen einen Hinweis auf Natur, auf eine Landschaft geben, in der er sich befindet. Wer wird hier dargestellt? Der einstige Besitzer des Objekts? Könnte es der junge Graf Georg Albrecht I. (1597-1647) sein, damals noch unbärtig, fast ein Kind?
Mit noch nicht einmal 15 Jahren zog er hinaus in die Welt: zum Studium nach Straßburg, dann weiter nach Süden bis nach Neapel und von dort nach Malta. Er erlebte große Abenteuer auf seiner Reise, wurde auf dem Mittelmeer von Piraten entführt und kehrte schließlich wieder heil – aber durch die Lösegeldforderungen pleite – in die Heimat zurück. Von ihm sind lebhafte Berichte, aber vor allem sein lebensgroßes Bildnis erhalten geblieben.

Könnte er die Pulverflasche bis zu seinem Tod in Ehren aufbewahrt, bei jeder Jagd mit sich geführt haben? Das wird sich wohl nie klären lassen. Aber allein die Vorstellung, dass er oder einer seiner Zeitgenossen dieses Gefäß benutzt und betrachtet haben, ist für mich eine schöne Vorstellung. Das Objekt verbindet mich mit ihnen und der Vergangenheit und bereichert meine Gegenwart.
Wenn die Museen wieder geöffnet haben, gehen Sie hin und schauen sich auch die kleinen Dinge genau an, vielleicht finden auch Sie ein Türchen, um in die Vergangenheit einzutauchen. Ich sage Ihnen, es lohnt sich …

Rezept Gespensterkartoffelchips - Luidschis Leibspeise

Wenn Du Lust hast, kannst du dir das Lieblingsrezept von Luidschi hier herunterladen und ausprobieren!

 

Gespensterkartoffelchips:

Dafür brauchst Du:

1 Teelöffel Olivenöl

1 Messerspitze Salz

Etwas Pfeffer

3 große Kartoffeln

Backblech, Backpapier, Messer, Schüssel und Apfelausstecher

Und so gehts:  Olivenöl, Salz und Pfeffer  in der Schüssel vermengen. Kartoffeln schälen, in dünne Scheiben schneiden, mit dem Apfelausstecher Augen ausstechen und Münder mit dem Messer ausschneiden. Die „Gespenster“ in die Schüssel mit dem gewürzten Öl geben und gut vermengen. Backblech mit Backpapier auslegen und die Kartoffelgespenster darauf verteilen.

Bei 120 Grad Umluft  ca. 30 Minuten backen 

Fertig! Guten Appetit!

 

 

 

Mitmachen und Kunst aus dem Schloss Erbach nachstellen

Für viel Begeisterung sorgt die Challenge „Kunst nachstellen“, ursprünglich ins Leben gerufen vom Kunstmuseum „Getty“ in Los Angeles. Zu Hause historische Gemälde oder Kunstgegenstände neu interpretieren und fotografieren – dahinter verbergen sich eine Menge kreativer Ideen und Spaß für alle Aktiven und Zuschauer. Auf Instagram gibt es dazu tolle Beispiele unter #gettymuseumchallenge.

Wir machen mit. Hier findet ihr 5 Exponate aus dem Schloss Erbach. Wählt Euer Lieblingsstück aus, lasst Euch von der Vorlage inspirieren und gestaltet euer eigenes Meisterwerk. Unter Zuhilfenahme von Haushaltsutensilien wie Brotkorb, Wäscheständer oder Föhn, Verkleidungen, Zimmerpflanzen, etc. darf nach Lust und Laune in den eigenen Wohnräumen gepinselt, arrangiert, drapiert oder dekoriert werden – Hauptsache der ursprüngliche Gedanke der Bilder wird widergespiegelt. Ein Foto eurer Kreation könnt ihr natürlich bei Instagram hochladen, gerne unter dem Hashtag #kunstnachstellenerbach und @schloesserundgaertenhessen. Wir freuen uns ebenso über eine E-Mail mit dem Bild von Euch, damit wir die schönsten Kunststücke auswählen und auf unserer Facebook Seite mit allen Schloss Erbach Fans teilen können.

Fotozusendung bitte an marketing@schloss-erbach.de und die folgende Bildfreigabe mit in das Anschreiben kopieren: Ich (vollständiger Name), versichere, dass das eingesandte Foto mit dem Titel (Titel angeben) eigens von mir erstellt wurde und bin damit einverstanden, dass sämtliche Inhalte sowie abgebildeten Personen auf der Facebook Seite von Schloss Erbach honorarfrei und ohne Einschränkung veröffentlicht werden dürfen.

Selbstverständlich nennen wir die Künstler!

 

Schloss Erbach erleben mit der "Kinderrallye" für zu Hause

Ferienprogramm für Kinder zum Download

Hier könnt ihr Euch den Freizeitspaß herunterladen und/oder ausdrucken. Die Lösungen findet ihr im Anhang.

Zur Geschichte der Antikensammlung im Schloss Erbach

Wissenswertes Antikensammlung im Schloss Erbach

Mit Kennerblick und ausgerüstet mit fundiertem wissenschaftlichen Know-how erwirbt Graf Franz I. zu Erbach-Erbach bei seiner zweiten Italienreise im Jahr 1791 den größten Teil seiner bedeutenden Antikensammlung, darunter vor allem zahlreiche Kaiserbildnisse. Viel Geschichte um den markanten Beitrag zum antiken Sammlungserwerb für die Gräflichen Sammlungen verrät unsere wissenschaftliche Leitung Frau Dr. Anja Kalinowski in einem aktuellen Artikel.  

Sagen rund um den Helm von Cannae

Der sagenumwobene „Helm von Cannae“ wird aktuell in Rom ausgestellt, von wo er im Anschluss wieder seine Heimreise nach Erbach in die Gräflichen Sammlungen antreten sollte. In Zeiten von Corona werden Kunstgegenstände jedoch erstmal zur Nebensache. Das Wohl der Menschen steht im Vordergrund. Daher bleibt der Helm von Cannae zunächst sicher verwahrt in Italien. Spannendes und Wissenswertes zu seiner Geschichte können Sie auf hier weiterlesen.