Die Römischen Zimmer

Kaiser, Feldherren & Cäsaren

Die drei Römischen Zimmer (1. und 2. Römisches Zimmer sowie das Etruskische Kabinett) entstanden zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Graf Franz I. schuf hier antike Lebenswelten, die die zahlreichen Sammlungsobjekte aufnahmen, aber auch als Wohnräume (Arbeitszimmer, Audienzzimmer, Schlafzimmer) genutzt wurden. 

Erstes Römisches Zimmer (Arbeitszimmer)

Erstes Römisches Zimmer.

Vorbild für diesen Raum war nach Aussage von Graf Franz I. ein Raum in der Hadriansvilla in Rom. Er enthält griechische und römische Büsten sowie Kleinfunde, die zum Teil auch aus der Region stammen.

Im Mittelpunkt des Raumes steht die Statue des römischen Kaisers Hadrian (Reg. 117-138 n. Chr.). Kopf und Rumpf sind antik, jedoch nicht aus der gleichen Epoche und wurden zur Zeit Franz I. durch den Bildhauer Alexander Trippel zusammengefügt.

Die Büste Alexanders des Großen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus ist die beste auf uns gekommene römische Kopie nach einem griechischen Original. Der Feldherr begegnet hier nicht als stürmischer Welteroberer, sondern als stiller, göttergleicher Jüngling.

Bemerkenswert ist der reich verzierte Thronsessel aus Holz, den Graf Franz I. einem Original aus Marmor nachbilden ließ. Er diente ihm an seinem Schreibtisch als Stuhl. 

Zweites Römisches Zimmer (Audienzzimmer)

Im zweites Römischen Zimmer sind zahlreiche antike Büsten aufgestellt.
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Das Audienzzimmer ist einem Raum im Marcellus-Theater in Rom nachempfunden. Der Raum enthält überwiegend Kaiserstatuen und Kleinfunde.

In der Mittelachse des Raumes befindet sich die Sitzstatue des römischen Kaisers Trajan, die Graf Franz I. von dem berühmten römischen Bildhauer Bartolomeo Cavaceppi erworben hat. Kopf und Statue gehören ursprünglich nicht zusammen.

Zu den bedeutendsten Stücken der Sammlung gehört u.a. die Büste des Titus, die eines der besten Bildnisse dieses Kaisers darstellt.

In den Fensternischen ist keltischer Schmuck aus der Bronzezeit zu sehen.

Fester Bestandteil der Raumausstattung ist das aus Kork gebildete Denkmal mit der Büste des Drusus und die dahinter angebrachte Ruinenarchitektur mit den darauf präsentierten römischen Waffen und Helmen. Die Installation gemahnt an die Vergänglichkeit des einstmals großen römischen Reiches, zu dem auch der Odenwald gehörte. Am Fuß des Sockels arrangiert sind Funde aus den von Franz initiierten Limesausgrabungen.

Die Wände des Raumes, ebenso die Figurensockel sind aus Stuck-Marmor, das schachbrettartige Fußbodenparkett besteht aus Nussbaum und Ahorn, mit handgefeilten Holzschrauben aufgeschraubt. 

Etruskisches Kabinett

Dieses Zimmer war das Schlafzimmer von Graf Franz I. Das Bett, das nicht mehr erhalten ist, stand in der Nische. Über dem Bett – hinter dem ovalen Fenster – befindet sich eine weitere Schlafmöglichkeit, sehr wahrscheinlich für den Diener.

An den Wänden hängen mehrere Vasenbilder, die Johann Wilhelm Wendt (er gestaltete sowohl den Rittersaal als auch die Römischen Zimmer) nach Vorlagen antiker griechischer Vasen gemalt hat. Dazwischen waren ursprünglich auf Konsolen aufgestellte antike Vasen aus der Sammlung des Grafen Franz I. angeordnet.

FÜHRUNGEN GRÄFLICHE SAMMLUNGEN

Besichtigung nur mit Führung möglich. Die Schlossräume sind nicht beheizt.

März bis Oktober
Montag - Freitag: 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Sonntags 16.00 Uhr: Öffentliche Führung mit Themenschwerpunkt Antikensammlung

November, Dezember (außer Adventswochenenden) und 1. bis 6. Januar
Täglich: 14.00 Uhr
Geschlossen: 24., 25. und 26. Dezember

Adventswochenenden
Freitag - Sonntag: 14.00, 15.00, 16.00 und 17.00 Uhr

Januar bis Dezember
Individuelle Führungen durch die Gräflichen Sammlungen und in der Hubertuskapelle mit dem Schöllenbacher Altar sind nach Voranmeldung ganzjährig zum Wunschtermin möglich.